Der Kaukasische Kreidekreis

Stück von Bertolt Brecht
Musik von Paul Dessau
Tiroler Landestheater Innsbruck
Regie: Michael Lerchenberg
Musikalische Leitung: Wilhelm Hofmann
Bühne: Jörg Brombacher
Kostüme: Heide Schiffer El-Fouly

Mit: Eleonore Bürcher, Lisa Hörtnagl, Ulrike Lasta, Petra-Alexandra Pippan, Janine Wegener – Michael Arnold, Hans Danner,
Florian Hackspiel, Gerhard Kasal, Stefan Klemm, Kristoffer Nowak, David Piper, Stefan Riedl, Jan Schreiber, Falk Seifert, Andreas Wobig

Im Rechtsstreit um die Nutzung eines Tals nach dem Zweiten Weltkrieg tritt ein Sänger hinzu und besingt/erzählt die folgende Geschichte: Nach einem Staatsstreich gegen den Großfürsten werden alle Gouverneure Grusiniens hingerichtet, darunter der reiche Gouverneur Abaschwili. Seine verwöhnte Frau Natella kann den Wirren der Revolution entkommen, lässt aber ihren Sohn Michel einfach zurück (denn Kleider sind ihr wichtiger). Die einfache Magd Grusche nimmt sich nach einigem Zögern des Kindes an, das bereits von den neuen Machthabern gesucht wird, und flieht mit ihm in die Berge. Die Schergen des Fürsten Kazbeki (die Panzerreiter) sind Grusche auf den Fersen. Im Gebirge gelangt sie schließlich durch alle Gefahren und unter vielen Opfern zu ihrem Bruder in Sicherheit, der inzwischen mit einer sehr frommen Frau verheiratet ist. Obwohl Grusche mit dem Soldaten Simon verlobt ist, heiratet sie einen offenbar sterbenskranken Bauern, Jussup, um ihr Ziehkind durch ein Papier mit Stempel angesichts des wachsenden Misstrauens ihrer Schwägerin zu legitimieren. Als die Nachricht über das Ende des Krieges eintrifft, erhebt sich der todkranke Bauer plötzlich kerngesund von seinem nur vorgetäuschten Sterbelager. Nach dem Bürgerkrieg kehrt auch die Gouverneursfrau zurück und erhebt Anspruch auf das von ihr geborene Kind, welches ihr ein reiches Erbe sichert. Als der hinzukommende Simon miterlebt, wie Grusche das Kind vor ihren neuen Verfolgern mit den Worten „Es ist meins: Ich habs aufgezogen!“ für sich beansprucht, verlässt er sie zornentbrannt. Der Fall wird dem einfachen, aber schlauen Dorfschreiber Azdak vorgetragen,[1] der zwar kein Rechtsgelehrter ist, aber in den Kriegswirren als verschmitzter Lebenspraktiker auf den Richterstuhl gekommen war und bei der Landbevölkerung als Armeleuterichter galt. In dem zu verhandelnden Fall ordnet er an, den Beweis der Mutterschaft durch ein Experiment zu erbringen. Dazu lässt er das Kind in einen Kreidekreis stellen und ordnet an, beide Frauen sollten gleichzeitig versuchen, das Kind zu sich aus dem Kreis herauszuziehen (denn es heiße “die wahre Mutter wird die Kraft haben, ihr Kind aus dem Kreis zu reißen”). Herrisch reißt die Gouverneursfrau ihr Kind an sich, welches Grusche voll Mitleid loslässt. Hierdurch erweist sie sich als die „wahrhaft Mütterliche“, die ihr Kind liebt und es lieber loslässt, als ihm weh zu tun. Schließlich erhält nicht die leibliche Kindesmutter das Kind zugesprochen, sondern die Magd Grusche, die in Liebe und täglicher Pflichterfüllung bewiesen hat, „dass da gehören soll, was da ist, denen, die für es gut sind“, wie es am Ende des Stückes heißt. Azdak verjagt die Gouverneursfrau und scheidet Grusche von ihrem Gatten, damit sie ihren Verlobten Simon heiraten kann.

 

Fotogalerie: Der Kaukasische Kreidekreis, Stück im Ablauf – Bühne

 

Fotogalerie: Der Kaukasische Kreidekreis, Stück im Ablauf – Detail

 

Presse

Kronen Zeitung – Umjubelte Premiere von Brechts Der kaukasische Kreidekreis
Tiroler Tageszeitung – Alles, was Brecht ist

 

Links

Webseite des Tiroler Landestheaters Innsburck: http://www.landestheater.at